Torres del Paine

Torres del Paine Nationalpark (CC BY by re-ality/Steffen)

Der Torres del Paine Nationalpark gehört zu den bekanntesten der insgesamt 36 Nationalparks in Chile. Er befindet sich im Süden des Landes in Patagonien um die Berggruppe Cordillera del Paine und grenzt im Norden an Argentinien, wo der Los Glaciares Nationalpark anschließt.
Paine heißt in der Sprache der Tehuelche-Indianer „himmelblau“ und Torres del Paine demnach „Türme des blauen Himmels“.

Eine kurze Geschichte des Alpinismus in Chile anhand der legendären Kompressorroute am Cerro Torre

Versuch 1: Der italienische Spitzenbergsteiger Cesare Maestri und der österreichische Kletterer Toni Egger unternehmen 1959 die umstrittene Erstbesteigung. Der Cerro Torre soll über die Nordwand erklettert worden sein. Toni Egger verunglückt tödlich. Der Cerro Torre festigt seinen Ruf als – unmöglich zu bezwingender Berg.

Versuch 2: Cesare Maestri bohrt die 300 Bohrhaken umfassende Kompressorroute im Jahr 1970 in den patagonischen Granit der Südwest-Flanke des Cerro Torre. Den höchsten Punkt des Berges, den Gipfeleispilzes erklettern er und seine Kameraden nicht.

Die Erstbegehung: Zur ersten anerkannten Besteigung des Cerro Torre kam es 1974 durch eine Expedition geleitete von Casimiro Ferrari. Diese Besteigung des Cerro Torre gilt als die erste zweifelsfrei dokumentierte Besteigung des Cerro Torre, der Gipfeleispilz wurde erklettert und ein Beweisfoto vom Gipfel existiert.

Die schicksalhafte Maestri-Egger-Route auf den Cerro Torre konnte mit den neuesten technischen Hilfsmitteln 46 Jahre lang von keiner Seilschaft erfolgreich wiederholt werden.

Die jungen Wilden kommen

Vom 21. bis 24. Januar 2008 gelang Colin Haley und Rolando Garibotti die erste vollständige Überschreitung des Torre-Massivs. Die deutsche Alpinistin Dörte Pietron durchstieg im Dezember 2008 als erste Frau die Westwand des Cerro Torre, die erste deutsche Kletterin auf dem Gipfel.

Die erste Durchsteigung der Südostwand entlang der Kompressorroute (VIII/A1) gelang am 16. Januar 2012 den beiden Nordamerikanern Hayden Kennedy und Jason Kruk. Sie kletterten ein Stück der Schlüsselstelle technisch.

Kennedy und Kruk schlagen bei ihrem Abstieg einen Großteil der durch Maestri gesetzten Bohrhaken aus der Wand. Die Beseitigung der Haken zerstört die historische Kompressorroute von Cesare Maestri und Toni Egger.

Am 21. Januar 2012 erklettern die beiden Österreichern David Lama und Peter Ortner die erste freie Begehung entlang der Kompressorroute (IX+/X-) – in nur 24 Stunden.

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Geographie und Klima

Der Nationalpark, der zum Biosphärenreservat der UNESCO gehört, wird von bis zu fast 3.000 m hohen Bergen, Gletschern, Fjorden und großen Seen durchzogen. Zu den Seen gehören Grey, Pehoé, Nordenskiöld und Sarmiento. Bei den Gletschern sind Grey, Pingo und Tyndall, die zum Südpatagonischen Eisfeld zählen, zu erwähnen. Große Teile des Parks sind vergletschert.

Die sogenannten Torres del Paine bilden das Wahrzeichen des Parks. Hierbei handelt es sich um drei nadelartige Granitberge, die zwischen 2.600 und 2.850 m hoch sind.

Der höchste Berg im Nationalpark ist der Cerro Paine Grande mit 3.050 m.

Im Sommer liegen die durchschnittlichen Temperaturen bei 11 °C und im Winter bei etwa 1 °C.

Torres del Paine Nationalpark (CC BY-SA by Martin St-Amant)

 

Flora und Fauna

Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. So finden sich große vergletscherte Bereiche, Berge, Seen, Tundra und weite Wälder aus Zypressen, Lenga- und Olivillo-Bäumen, und außerdem viele Blumenarten, unter anderem auch Orchideen.

Auch die Tierwelt ist vielfältig. So sind vor allem Guanakos, Darwin-Nandus, Andenkondore und andere Vogelarten anzutreffen.

Die Cordillera del Paine bildet das Zentrum des Parks und liegt in einer Übergangszone zwischen dem Magellanischen subpolaren Wald und der Patagonischen Steppe.

 

Tourismus

Der Torres del Paine ist mit etwa 150.000 Besuchern pro Jahr einer der meist besuchten Nationalparks in Chile.

Torres del Paine Nationalpark

Der Park ist gut erschlossen und wird unter anderem von Bussen aus Puerto Natales angefahren. Außerdem sind viele Wander-Rundwege angelegt, und es gibt mehrere Camping- und Hüttenbereiche.

Zu den möglichen Aktivitäten in der abwechslungsreichen Landschaft zählen Wandern, Klettern, Gletschertouren, Camping, Fliegenfischen, Segeln, Reiten, Kajak fahren und Beobachtung der Tierwelt.

 

Beste Reisezeit

Im südlichen Frühling und Sommer, zwischen November und April, ist die idealste Bersucherzeit des Parks. Man sollte sich dennoch auf das schwankende Wetter einstellen, das sich in kurzer Zeit stark ändern kann.

 

Anreise und Touren

Karte des Torres del Paine Nationalpark (CC BY-SA by Keysanger)Täglich fahren Busse von Puerto Natales aus in den Park (Dauer etwa 2 Stunden). Der Fahrplan ist von der Jahreszeit abhängig: im Zeitraum November bis Februar fährt der Bus 7:30 bzw. 14:30 Uhr los und man kommt 9:30 bzw. 16:30 Uhr am Eingang Laguna Amarga an. Von dort aus stehen Shuttle zur Verfügung, mit denen man in die Las Torres Region kommt, wo der „Base Of Las Torres“ Pfad beginnt.

Der Fahrtpreis hängt davon ab, wo man das Ticket bucht. Es gibt zwei Anbieter: „Maria Jose“ und „JBA“, wobei erstere stark beworben wird, letztere aber meist preisgünstiger ist. Ein Ticket kostet ca. 10.000 CLP (13 €).

Es gibt keine Direktbusse von El Calafate, aber viele Reiseveranstalter bieten Fahrten an. Somit kann man direkt von El Calafate zum Park gelangen und sogar an einem anderen Tag zurück fahren. Allerdings liegen hierfür die Fahrtpreise sehr viel höher: 80 US$ (70 €) für eine Rückfahrt, und weitere 40 US$ (35 €) wenn man erst am nächsten Tag zurück fährt.

Mit einem Auto bzw. Mietwagen kann man über die gut ausgebaute Verbindungsstraße von Puerto Natales in den Park gelangen.

Grey Gletscher von obenEin Katamaran verkehrt zwischen Pudeto Jetty und Refugio Paine Grande mit etwa 30 Minuten Fahrtzeit. Ein Ticket für einen Weg kostet 30 US$ (27 €), die Rückfahrt 46 US$ (41 €).

Ein anderes Boot fährt zwischen dem Pier am Lago Grey und Refugio Grey. Man muss allerdings schon im Voraus buchen und eine Fahrt (die eine Stunde dauert) kostet rund 60 €. Eine dreistündige landschaftlich sehr schöne Bootstour wird für etwa 70 € (inkl. Transfer vom Hotel Lago Grey) angeboten und man kann den Grey Gletscher vom Wasser aus sehen.

Außerdem verkehrt ein Minivan zwischen der Bushaltesstelle Laguna Amarga des CONAF-Büros und der Hosteria Las Torres. Der Preis für eine Fahrt (20 Minuten) liegt bei rund 4 € (zu Fuß würde man 90 Minuten benötigen).

Die restlichen Touren werden dann zu Fuß unternommen. Aber es gibt auch die Möglichkeiten zu reiten, was rund 60 € pro Person von der Hosteria Las Torres zum Camp Chileno kostet.


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