Klima

Careterra Austra in Patagonien

Chile weißt aufgrund seiner immensen Nord-Süd-Ausdehnung sowie der unterschiedlichen Höhenlagen eine Fülle von Klimata auf. Die Temperaturen nehmen von Norden nach Süden ab.
Das Land lässt sich im Groben in drei Klimazonen einteilen:

Für die klimatischen Rahmenbedingungen spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle.

Careterra Austral in PatagonienEiner der bedeutendsten ist der kalte Humboldtstrom, der in nördlicher Richtung an der Küste Chiles und Perus vorbeiströmt und kühles Tiefenwasser aus der Antarktis an die Oberfläche befördert. Durch das kalte Oberflächenwasser kühlen die nahen Luftschichten aus, was eine stabile Schichtung der Atmosphäre hervorruft. Das hat zur Folge, dass sich ein stationäres Hochdruckgebiet ausbildet, welches im Südsommer und Südwinter vorherrschend ist. Es gibt häufige Niederschläge und an den Küsten oftmals Nebel.

Atacamawüste

Das stabile Hochdruckgebilde führt zu sogenannten Küstenwüsten, in denen es teilweise über mehrere Jahrzehnte keinen Niederschlag mehr gegeben. Die Atacamawüste im Norden des Landes, gehört hierbei zu den trockensten Gebieten der Erde, in der es stellenweise seit Jahrhunderten nicht mehr geregnet hat.

Torres del Paine NationalparkDer zweite große Einflussfaktor ist das Hochgebirge der Anden, an dessen Westseite sich Kaltfronten stauen und dort hohe Niederschläge zur Folge haben. Am häufigsten ist davon West-Patagonien betroffen, da sich dort ganzjährig feuchte Luftmassen an den Anden stauen. Auf der Ostseite herrscht im Gegensatz dazu Trockenheit und es kann Föhn, warmen trockenen Wind, geben.

Die Zentralzone und der Süden Chiles sind durch Winterniederschläge geprägt. Die Südsommermonate (Dezember bis März) im Kleinen Süden Chiles sind subtropisch warm und trocken.

 

Klimatabelle Santiago de Chile

 

Das Land lässt sich in folgende Klimaregionen einteilen:

  • den Großen Norden (Wüstenchile), der durch dauerhafte stabile Hochdruckwetterlagen, fehlenden Niederschlag und ausgedehnte Wüsten gekennzeichnet ist;
  • den Kleinen Norden und die Zentralzone (Flussoasenchile), die subtropisch warm und trocken mit episodischem Winterniederschlag, und Anbaugebiet für Wein und Obst sind;
  • den Kleinen Süden (Waldrodungschile oder Chilenische Schweiz), der durch periodischen Winterniederschlag und hohe Lufttemperaturen geprägt ist, und in dem immergrüne Wälder und Wiesen vorherrschen;
  • und den Großen Süden (Urwaldchile), der ganzjährig hohe Niederschläge aufweist und in dem temperierter Regenwald vorzufinden ist.

 

Glaziale Erscheinungen

Im zentralen und südlichen Chile sind die höchsten Berge vergletschert. In Patagonien sind Gletscher, aufgrund der extremen Niederschläge und teilweise kalten Temperaturen, sehr häufig und reichen an einigen Stellen sogar bis ins Meer. Des Weiteren gibt es in den Patagonischen Anden Überreste der quartären Vereisung, die sich als großer Patagonischer Eisschild halten.

Patagonien

 

El Niño

Ein für Chile ebenfalls bedeutendes Klimaphänomen ist der sogenannte El Niño. Hierbei brechen die Kaltwasserströme ab und es sammelt sich Warmwasser vor der südamerikanischen Küste. Als klimatische Folge hebt sich die vorherrschende stabile Hochdrucksituation auf und es kommt zu einer Umkehrung der Zirkulation. Diese hat schwerwiegende Folgen, da das Warmwasser vor der Küste zum Absterben der kaltwassergewöhnten Meeresbewohner führt und an Land Starkniederschläge auftreten. Die ansonsten durch Trockenheit geprägte Landschaft kann deshalb durch Schlammlawinen und Hangrutsche stark geschädigt werden.

Anomale Meeresoberflächentemperatur durch El Niño