Osterinsel

Lage Osterinsel (CC BY-SA by Captain Blood)Die Osterinsel (Isla de Pascua oder Rapa Nui) zählt zu den weltweit isoliertesten Inseln und befindet sich im Südostpazifik. Auf ihr leben etwa 6.000 Menschen, der Großteil davon in dem Hauptort Hanga Roa.

Bekannt ist die Insel vor allem wegen der monumentalen Steinskulpturen, den Moai, und gehört zum UNESCO Welterbe.
Frühe Siedler nannten die Insel „Te Pito O Te Henua“ (Nabel der Welt) und ihren jetzigen
 Namen hat sie von dem niederländischen Froscher Jacob Roggeveen, der am Ostersonntag im Jahre 1722 als erster Europäer die Insel betreten hatte.

Reiseangebote Chile

– Anzeige –

Chile

Seenregion multiaktiv
7 Tage Reisebaustein ab 1450 EUR

  • Seenregion aktiv erkunden
  • Pferdeausritt in den Anden
  • Abwechslungsreiche Aktivitäten (Reiten, Rafting...)
Karte der Osterinsel (CC BY-SA by Sting)

Karte der Osterinsel (CC BY-SA by Sting)

Die Küste ist steinig und zerklüftet, und es existieren nur kleine Sandstrände an wenigen Stellen. An der Südwestspitze sowie im Osten ragen steile, bis zu 300 m hohe Kliffs empor.
Die Landschaft ist durch ihren vulkanischen Ursprung geprägt und besteht im Wesentlichen aus den drei Vulkanen Rano Kao im Südwesten, dem Poike im Osten und Maunga Terevaka im Norden sowie vielen erodierten Nebenkratern.

Anakenastrand mit Moai im Vordergrund (CC BY-SA by Rivi)

Das Klima ist subtropisch warm und es herrschen starke Passatwinde vor. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 21 °C, wobei die kältesten Monate Juli und August, und die wärmsten Januar und Februar sind. Die regenreichsten Monate sind April und Mai.

 

Flora

OsterinselDie Osterinsel gehört, hauptsächlich aufgrund ihrer isolierten Lage, zu den artenärmsten Inseln des Südpazifiks. So sind weniger als 30 indigene Samenpflanzen bekannt.

Der erfolgreichste Überträger von Pflanzenmaterial dürfte der Mensch gewesen sein. So haben bereits die ersten Siedler Nutzpflanzen, wie Papiermaulbeerbaum, Süßkartoffel, Yams, Taro und verschiedene Grasarten als Weidepflanzen, auf die Insel gebracht.

Digitalisierte Darstellung der ursprünglichen tropischen Vegetation (CC BY-SA by Rod6807)

Die heute vorherrschende Vegetation entspricht nicht der ursprünglichen und ist das Ergebnis massiver menschlicher Eingriffe in das Ökosystem. Die Insel soll einst mit dichten Palmwäldern bedeckt gewesen sein. Bei der Entwaldung über einen längeren Zeitraum ab etwa 1000, sollen mehr als 10 Mio. Palmen auf der Insel gefällt wurden sein. Der Verlust des Waldes führte zur Bodenerosion, die wiederum entscheidende Auswirkung auf die Nahrungsmittelversorgung und damit auf den rapiden Rückgang der Bevölkerung gehabt hat.

Osterinsel (CC BY-SA by Bjørn Christian Tørrissen)Heute ist die Landschaft der Insel überwiegend von ausgedehnten Grasflächen geprägt und es hat Aufforstungen mit Eukalyptus gegeben. Als Nutzpflanzen werden für den Eigenbedarf Süßkartoffeln, Taro, Yams, Zuckerrohr sowie subtropische Früchte angebaut.

 

Fauna

OsterinselDie menschlichen Eingriffe blieben auch nicht ohne Folgen für die Fauna. Auf der Insel sollen einst 25 Spezies von Seevögeln und 6 Spezies von Landvögeln heimisch gewesen sein, wovon nur 3 Seevogelarten und 4 Landvogelarten verblieben sind.

Von den Säugetieren kommen lediglich eingeführte Haustiere (Pferde, Schafe, Rinder und Schweine) vor. Die Pazifische Ratte, die vermutlich als Nahrungstier von den ersten Siedlern eingeführt wurde, ist inzwischen ausgestorben bzw. von europäischen Rattenarten verdrängt worden. Auf der Osterinsel gibt es keine Überträger von Infektionskrankheiten.

Tauchen an der OsterinselUnter den Reptilien ist der Skink zu erwähnen. Die Goldbraun gefärbte Glattechse wurde offenbar religiös verehrt.

Auf den vorgelagerten Inseln nisten zahlreiche Seevögel, darunter Fregattvögel, Sturmtaucher, Tölpel sowie Ruß- und Feenseeschwalben.

In der Umgebung wurden etwa 160 Fischarten gezählt, was vergleichsweise wenig ist (in den Gewässern rund um die Fidschi-Inseln gibt es mehr als 1.000 Fischarten).

Die relative Artenarmut war höchstwahrscheinlich eine der Ursachen für den Bevölkerungsrückgang und den damit verbundenen Kulturverfall auf der Osterinsel.

Nicht selten sind Pottwale zu beobachten.

 

Moai

Moai Statuen (CC BY-ND by Steffen Dubouis)

Die sogenannten Moai (eigentlich rapanui Moai Maea, was „steinerne Figur“ bedeutet) sind große Steinstatuen auf der Osterinsel. Sie sind Bestandteil größerer Zeremonialanlagen. Das genaue Alter der Figuren ist umstritten, doch gilt als gesichert, dass sie nicht älter als 1.500 Jahre sind. Es wurden insgesamt knapp 900 Statuen auf der Insel ermittelt, vermutlich waren es ursprünglich über 1.000.

Zeremonialplattform der Osterinselkultur (CC BY-SA by American)

Die Moai stehen nicht isoliert, sondern sind Teil einer Zeremonialanlage. Die typische Zeremonialanlage der Osterinsel lag in der Regel zwischen einem Dorf und der Küste. Man geht heute davon aus, dass jedes Dorf, das jeweils von einer Sippe oder Großfamilie bewohnt wurde, eine eigene Anlage errichtet hatte. Sie bestand aus einem geebneten Platz und einer ansteigenden, mit Rollkieseln (poro) gepflasterten Rampe, die zu einer rechteckigen Plattform (ahu) führte, die überaus sorgfältig mit großen gesetzten Steinen ausgearbeitet war. Die riesigen Steinskulpturen waren auf der Plattform mit Blick auf die davor liegende Ansiedlung – und bis auf wenige Ausnahmen mit dem Rücken zum Meer – aufgestellt. Die Figuren waren auf flachen, zylindrischen, in den Ahu eingelassenen Fundamentsteinen aufgerichtet und lediglich mit kleinen Steinchen verkeilt. Mörtel war auf der Osterinsel unbekannt.

 

Trotz umfangreicher Forschungen ist der eigentliche Zweck der Statuen und die genaue Zeit ihrer Errichtung immer noch umstritten.
Man geht heute davon aus, dass die Moai berühmte Häuptlinge (ariki) oder allseits verehrte Ahnen darstellen, die als Bindeglied zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt fungierten. Die Büsten stellen konkrete Personen aus den Häuptlingsstammbäumen dar, die einstmals namentlich benannt werden konnten. Außerdem kann man auf einen mit den Anlagen verbundenen Totenkult schließen. So wurde der Verstorbene in Matten aus Tapa oder Totora-Schilf gewickelt und dem Zerfall ausgesetzt. In der Regel geschah das auf dem geebneten Platz vor der Zeremonialanlage der Sippe. War nur noch das Skelett übrig, setzte man die Knochen in einer ausgesparten Kammer des Ahu bei. Diese Form der Bestattung wurde aber vermutlich nur privilegierten Personen zuteil. Die Grabanlagen wurden von den aufgestellten Steinfiguren „bewacht“.

 

Geschichte

Folklore-Tanz „Bailes pascuenses“Es wird angenommen, dass die Besiedlung der Osterinsel im Rahmen der Polynesischen Expansion von Westen her geschah. Sie soll, mit einer Erstbesiedlung im 5. oder 6. Jahrhundert und einer zweiten im 14. Jahrhundert, in zwei Wellen erfolgt sein.

 

Es entwickelte sich eine streng geordnete Gesellschaft mit 10 unabhängigen Stämmen (máta). Besiedelt wurde zunächst nur die Küstenregion. Ab etwa 1100 begann die Konstruktion großer
Bauwerke, wie Zeremonialplattformen (ahu), steinerne Statuen (moai), Zisternen und Beobachtungstürme. Diese Zeit der Kulturblüte dauerte bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, wobei gegen Ende der Periode zunehmend Anzeichen der Degeneration erkennbar waren.

Kulturschema der Osterinsel

Kulturschema der Osterinsel

Nachdem der Boden oberflächenschonend bearbeitet wurde, ist spätestens ab 1300 eine radikale Entwaldung mit zunehmender Bodenerosion nachgewiesen. Dies führte zur Aufgabe von Siedlungen und zum Bau von Großkanus, mit denen küstenferner Fischfang betrieben werden konnte. Ab dem 13. Jahrhundert wird vermehrt auch das Inselinnere besiedelt.
Nach 1425 ist ein intensivierter Landbau festzustellen, der mit dem Zusammenbruch der Stammesgesellschaft in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder aufgegeben wurde.
Ab etwa 1500 bis zum Eintreffen der Europäer kommt es zu vermehrten Überfällen und Stammeskriegen unter Anwendung neuartiger Waffen. Wahrscheinlich breitet sich auch Kannibalismus aus.
Nach 1650 nimmt die Zahl und Artenvielfalt der Seevögel als Nahrungsquelle rapide ab und es werden stattdessen vermehrt Hühnerställe gebaut.
Ab Mitte des 17. Jahrhunderts kommt der Bau monumentaler Bildwerke gänzlich zum Erliegen.
Ab dem Ende des 17. bzw. in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, werden die Kultplattformen durch die Insulaner systematisch zerstört und die Statuen umgeworfen. Es kommt zu einem völligen Verfall der auf Ahnenverehrung fußenden Kultur.

OsterinselMan geht davon aus, dass die Probleme für den Kulturverfall von den Insulanern selbst verursacht wurden. So wahrscheinlich vor allem durch den Raubbau an natürlichen Ressourcen, der zur Störung des ökologischen Gleichgewichtes auf der isolierten Insel geführt hat.